Marianne Lehmann, Donzdorf / Baden-Württemberg

Meine Apokalypse – Ende und Neuanfang



Marianne Lehmann, 63 Jahre, verheiratet, gelernte Sekretärin, 3 erwachsene Kinder, 4 Enkel. Gemeinsam mit ihrem Mann Jürgen unterstützt sie die Chapter Göppingen und Schwäbisch Gmünd und betreut den VOICE-Stand bei Konferenzen.
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„Apokalypse“ verbinden wir in der Regel mit allgemeinen Schrecken, Endzeit, Weltuntergang. Doch ich habe ganz persönlich Apokalypse in meinem Leben erlebt: Ende, aber auch Neuanfang, große Not, aber auch die Offenbarung von Gottes Nähe und Hilfe.

 

Massive Schwierigkeiten

Obwohl mein Mann und ich eine sehr erfüllte und glückliche Ehe führen, wurde ich persönlich über mehrere Jahre von Krankheit, schweren Schmerzen und Depressionen sehr niedergedrückt, was mich an den Rand meiner körperlichen und seelischen Kräfte brachte. Ich schrie verzweifelt zu Gott, mir zu helfen, und mich aus dieser schrecklichen Lage zu befreien. Doch ich hatte das Gefühl, allein und verlassen zu sein. Mein Mann tat alles, um mir das Leben zu erleichtern.

Aber es war für mich als früher sehr aktive Frau, die doch meinte, alles unter Kontrolle zu haben, sehr schwer zu erleben, wie mir alles immer mehr aus den Händen glitt. Ich wurde zwar liebevoll umsorgt, mein Mann gab viele Aktivitäten auf, um ganz an meiner Seite zu sein, fuhr mich von einer Klinik zur anderen, gab mir Trost und Hilfe, aber trotzdem ging es immer mehr bergab mit mir und meiner Gesundheit – ja, ich wurde beinahe zum Pflegefall.

 

Loslassen

Eines Tages, als ich in meiner Hilflosigkeit im Wohnzimmer lag – dort war inzwischen mein Krankenlager – rief ich meinen Mann zu mir und sagte: „Lieber Jürgen, du hast alles für mich getan, was du tun konntest, hast vieles aufgegeben um meinetwillen. Aber was bin ich noch? Was kann ich noch? Ich bin keine Hausfrau mehr, keine Hilfe mehr, keine Ehefrau mehr, nur noch eine Last für dich. Du hast Besseres verdient, als nur an meiner Seite zu sein und mich zu pflegen. Ich mach dir folgenden Vorschlag: Wenn du willst, darfst du dich wieder aktiv am Leben beteiligen, es selbst gestalten, hinausgehen, Freude haben – eben wieder das tun, was du tun möchtest. Wenn du willst, darfst du gehen. Ich gebe dich frei.“ Das war mein persönliches Ende.

Doch was sagte mein Mann dazu? „Wie könnte ich! Haben wir uns nicht an unserer Hochzeit versprochen, immer zusammen zu stehen, in guten und in schweren Zeiten? Haben wir uns nicht versprochen, alles gemeinsam zu tun und zu tragen? Wie könnte ich dich jetzt im Stich lassen! Gemeinsam gehen wir durch diese schwere Zeit hindurch, und gemeinsam gehen wir aus diesem tiefen Tal wieder heraus. Ich lasse dich nicht allein, ich bleibe bei dir.“  Das war der Neuanfang.

 

Kostbarer Neuanfang

Gemeinsam schafften wir es, diese schwere Zeit zu überwinden, und gemeinsam gehen wir im Vertrauen auf Jesus Schritt für Schritt in Neues hinein.

Verstanden – mit meinem menschlichen Verstand – habe ich vieles nicht. Doch eins weiß ich:  Auch wenn wir uns verlassen fühlen, Gott verlässt uns nicht und ist treu an unserer Seite. Er sendet uns Menschen, die uns beistehen, er verändert die Umstände, er tröstet, heilt und trägt uns, so wie wir es brauchen.

Irgendwann bekam ich ein Gedicht in die Hand. Heute weiß ich, dass es die Kurzfassung des berühmten Gedichts von Margaret Fishman Powers war, das sie 1964 nach einer Lebenskrise kurz vor ihrer Hochzeit schrieb. Es trug die Überschrift:

 

Spuren im Sand

Ich träumte eines Nachts,

ich ging am Meer entlang mit meinem Herrn.

Und es entstand vor meinen Augen,

Streiflichtern gleich, mein Leben.

 

Nachdem das letzte Bild an uns vorbei geglitten war,

sah ich zurück und stellte fest,

dass in den schwersten Zeiten meines Lebens

nur eine Spur zu sehen war.

 

Das verwirrte mich sehr, und ich wandte mich an den Herrn:

„Als ich damals, alles was ich hatte, übergab, um dir zu folgen,

da sagtest du, du würdest immer bei mir sein.

Warum hast du mich verlassen, als ich dich so verzweifelt brauchte?

 

Der Herr nahm meine Hand:

Geliebtes Kind, nie ließ ich dich allein,

schon gar nicht in Zeiten der Angst und Not.

Wo du nur ein Paar Spuren im dem Sand erkennst,

sei ganz gewiss: 

Ich habe dich getragen.



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