Michael Stitz, Burgstädt / Sachsen

Gott gibt es – aber was soll ich mit Jesus?

Das Vorbild seiner gläubigen Eltern prägte seine Jugend in der ehemaligen DDR, bis Jesus ihn ganz persönlich ansprach und er den Heiligen Geist erlebte. 



Michael Stitz, geb. 1952, verheiratet mit Andrea, 3 Söhne, ist von Beruf Verkehrsingenieur und Dipl. Wirtschaftsingenieur. Er arbeitet in der Zentrale der DB AG (Leipzig) und leitet das Chapter Chemnitzer Land.
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Meine Eltern waren Christen. Sie waren sehr engagiert in der Kirche und hatten einen lebendigen Glauben. Zwei Dinge beeindruckten mich schon als Kind: meine Mutter, die um alles betete und auch viele Gebetserhörungen erlebte, und wie mein Vater als Lehrer in der DDR trotz harter Angriffe und vieler Nachteile, die er als Christ in Kauf nehmen musste, seinen Glauben lebte und bekannte.

 

Marxismus oder Jesus

In der Konfirmandenstunde hörte ich von Gott, aber kaum von Jesus. Der Ortspfarrer war zwar Theologe, aber er konnte mit Jesus nichts anfangen und daher auch nichts weitergeben. Ich beschäftigte mich dann auch mit der Lehre des Marxismus, mit der wir ja in der DDR ständig konfrontiert waren. Da ich das neue Leben in Jesus noch nicht kannte, fand ich an vielen Aussagen des Marxismus Gefallen. Marxisten wollten doch auch das Gute – Gerechtigkeit, keine Ausbeutung der Menschen usw.

 

Die erste Entscheidung

Dann kam es zu meiner ersten Bekehrung. Ja, ich habe mich wirklich zweimal bekehrt. Bei einer Evangelisation predigte ein blinder Evangelist sehr deutlich, wie wir als Christen nach dem Willen Gottes leben sollten. Ich erkannte einige Sünden und suchte das Gespräch mit ihm, auch weil ich dachte: „Der ist ja blind und kann dich später nicht wieder erkennen“. Ich wollte doch meine Schuldgefühle loswerden! Und es war ja auch eine Entschei­dung, den Weg Gottes zu gehen und nicht den des Marxismus. Aber Jesus lernte ich erst kennen, als ich mich das zweite Mal bewusst entschied – meine eigentliche Bekehrung. Da war in meinem Heimatort eine Jugendevangelisation. Natürlich ging ich als Mitglied des Jugendkreises hin.

 

Eine echte Begegnung

Am dritten Abend erlebte ich, was es heißt, wenn man sagt: „Da ist Jesus in mein Leben gekommen.“ Ich hatte plötzlich den Eindruck, der da vorn rede nur noch zu mir. Woher kannte er mein Leben, woher wusste er, wie es wirklich in mir aussah? Und dann hörte ich kaum noch, was er sagte, sondern es sprach jemand anderes zu mir: „Komm heute Abend zu mir und gib mir dein Leben ganz. Ich will Dir ein ganz neues, anderes Leben geben. Ich will der Herr deines Lebens sein, dann wirst du Freude und Friede erfahren – ich bin der lebendige Herr, Jesus, der Auferstandene.“ Ich habe dort gesessen und geheult, habe nicht mehr wahrgenommen, was um mich herum geschah. Nach der Veranstaltung ging ich zu dem Evangelisten und erzählte ihm das. Wir haben miteinander gebetet und da habe ich ganz bewusst Jesus mein Leben übergeben.

 

Jesus ist erfahrbar!

Nun hatte ich verstanden, dass es nicht reicht, Gott anzuerkennen und zu versuchen nach seinen Maßstäben und Geboten zu leben. Nein, Gott will uns von dem alten, sündigen Leben befreien und uns ein neues Leben geben. Dafür ist Jesus gestorben und auferstanden! Außerdem erkannte ich, dass wir es nicht mit einer Ideologie, Religion oder Überzeugung zu tun haben, sondern mit dem lebendigen Gott, der sich in Jesus offenbart. Ich habe Jesus, den Sohn Gottes persönlich erlebt, er hat zu mir gesprochen und ich habe seine Vergebung und seine Liebe gespürt.

 

Und dann?

Das Leben ging weiter. Ich versuchte wirklich ganz ernsthaft als Christ zu leben. Ich kannte nun Jesus, ich wollte seinen Willen tun. Aber es fehlte an Kraft, an innerer Beziehung zu ihm. Ich geriet in einige Sachen hinein, die eigentlich nicht zum Christsein passen. Dann musste ich 18 Monate zur Nationalen Volksarmee (NVA). Und dort kam die nächste Wende. In meinem Heimatort wohnte ein sehr bekannter Jugendwart, Kurt Ströer, der sich immer um die kümmerte, die aus den christlichen Jugendkreisen bei der NVA waren. So bekam ich immer mal ein kleines Päckchen mit Schriften zu Glaubensthemen. Eines Tages war ein Buch über den Heiligen Geist dabei. As ich es las, hatte ich wieder so ein „inneres“ Erlebnis. Mein Leben stand da drin – wie ich einerseits versuchte, ein guter Christ zu sein und andererseits Niederlagen, Versagen und Mangel an Kraft, Freude und Frieden erlebte. Die Lösung war: Erfüllung mit dem Heiligen Geist.

 

Persönliches Gebet

Ja, was war das denn? Den Begriff hatte ich wohl schon gehört, aber mehr nicht. Der nächste Urlaub kam und ich fuhr nach Hause. Mein erster Weg ging zu meinem Seelsorger, einem gläubigen Pfarrer im Nachbarort. Ich erzählte ihm das alles und er sagte: „Das ist kein Problem, wir beten jetzt zusammen und du räumst dein Herz total aus. Ich werde dir die Hände auflegen und dich segnen und Gott bitten, dass er dir die Fülle des Heiligen Geistes gibt. Dann beten wir weiter und ich werde in anderen Sprachen beten. Hör zu, bete leise mit und wenn du merkst, dass da auch Silben und Worte kommen, die du nicht kennst, fang an, sie auszusprechen.“

 

Freude und Kraft für mein Leben als Christ

Genau so geschah es. Für mich war es d a s Erlebnis! Warum? Danach war mein Herz voller Freude. Ich war frei, auch von allem, was nicht zum Leben als Christ passte. Das Sprachen­gebet war für mich nicht das Allerwichtigste, aber ich war erfüllt von Freude am Leben, am Wort Gottes, Freude am Gebet. Ich verstand plötzlich die Bibel. Immer mehr und immer besser verstand ich, was ich da las. Und ich hatte eine Kraft, eine Energie in mir, so zu leben, wie Gott es sagt. Es war nicht mehr anstrengend, es geschah aus der Kraft Gottes. Was dann alles in meinem weiteren Leben bis heute geschah und geschieht, würde Bände füllen! Ich weiß jetzt: Wer nur an Gott glaubt und Jesus ausklammert, kann auf Dauer in unserer Welt nicht bestehen. Jesus lebt – und er ist nicht weit weg. Alles, was Jesus tun will, tut er durch den Heiligen Geist in uns.

 

Was soll ich mit Jesus?“

Gute Frage – ein neues, freies und ewiges Leben beginnen! Religionen müssen an ihre Götter glauben, sie müssen ihre Forderungen erfüllen, sie kennen Gott nicht als liebenden Vater. Der christliche Glaube ist anders – durch Jesus kam und kommt Gott zu den Menschen. Der christliche Glaube ist persönliche Beziehung. Durch Jesus wird Glaube erfahrbar – auch heute für jeden Menschen auf dieser Erde. 



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