Susanne Aernecke, München

Opfer? Nein danke!

Was ist dran am Glauben? Dieser Frage ging die bekannte Journalistin auf ihren Reisen durch Deutschland und die Schweiz nach. Ein gekürzter Auszug aus ihrem neuen Buch zeigt, wie Gott negative Prägungen durch seine Kraft HERR-lich verändern kann.



Susanne Aernecke, geb. 1961, studierte nach Abschluss der Dolmetscherschule Theater- und Kommunikationswissenschaften und absolvierte eine Regieausbildung. Sie arbeitet als freie Journalistin und lebt in München.
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Die Journalistin Susanne Aernecke wollte wissen, was dran ist am Glauben. Sie besuchte Menschen quer durch Deutschland und die Schweiz, denen Gott begegnet ist. In „Irgendwas muss dran sein…“ hat sie ihre Reiseerlebnisse publiziert. Die Begegnung mit Bettina Ratering zeigt, wie gravierend die frühkindliche Prägung ist, aber ebenso, „dass Gott auch auf krummen Linien gerade schreibt.“
 
Bettinas Leben begann auf der Reeperbahn. Ihre Mutter ging seit ihrem 13. Lebensjahr auf den Strich. Wahrscheinlich hatte Gott schon seine Hand im Spiel, dass Bettina überhaupt geboren wurde. Denn normalerweise treiben Prostituierte ab – oder ihre Zuhälter treten sie in den Bauch, um das unerwünschte Kind loszuwerden. Bettinas Mutter blieb das zwar erspart, aber stattdessen bot man sie als „schwangeren Leckerbissen“ an.
Auf ihre Geburt freute sich niemand. Außer vielleicht der Zuhälter ihrer Mutter, der allerdings kurz darauf bei einer Messerstecherei starb. Bettina fragte sich später oft, wer wohl ihr leiblicher Vater ist, was einen ganz schön umtreiben kann. Doch heute ist ihrVater Gott.
 
„Klein Heike“
Wann genau Bettina zur Welt kam, weiß keiner. Selbst der Tag ihrer Geburt geriet in Vergessenheit. Immerhin gab man ihr einen Namen: Heike! Ihre ersten Lebensmonate verbrachte sie im Kinderbettchen im selben Zimmer, in dem ihre Mutter ihre Freier beglückte. Wenn Heike schrie, stellte man sie mit Schlaftabletten ruhig. Die Sonne sah sie nur durchs offene Fenster, und dass es außer ihr noch andere Kinder auf der Welt gab, bemerkte sie erst mit sechs Jahren. Mit zwei Jahren gehörte „Klein Heike“ bereits zum Angebot des Bordells!
 
Die Mädchen kümmerten sich abwechselnd um sie. Sie sprach nicht, weinte nicht, lachte nicht. Sie kannte keine Freude, aber auch keine Traurigkeit – sie nahm alles, wie es war. Erst spät lernte sie laufen, durfte aber nicht im Haus herum springen oder nach draußen gehen, denn sie war eine gute Einnahmequelle. Wenn das Jugendamt auf sie aufmerksam geworden wäre, hätte das schnell ein Ende gehabt. Die Erinnerungen an jene Zeit sind spärlich – Gott sei Dank. Manchmal kommen sie in Träumen hoch oder werden durch Geräusche, Gerüche oder Berührungen ausgelöst.
 
Befreit?
Als Heike sechs Jahre alt war, hatte der Horror zunächst ein Ende: Ein betrunkener Kunde hatte in einer Bar mit „Klein Heike“ geprahlt, was zufällig Mitarbeiter einer christlichen Organisation mitbekamen, die die Behörden informierten. Heike wurde befreit. In der Auffangstation eines Kinderheims konnte sie endlich nachts durchschlafen. Aber sie blieb gefangen in ihrer Welt, ließ niemanden an sich heran und sprach nicht.
Wenn ich die heute etwa 40-jährige Bettina ansehe, wie sie mir völlig unaufgeregt im gemütlichen Wohnzimmer ihres Bauernhofs gegenübersitzt, kann ich nur staunen. Halblange braune Haare, zweckmäßige Kleidung, aufmerksame, wache Augen. Sie wirkt auf mich wie eine Frau, die anpacken kann, die weiß, wie sie ihre Brötchen gebacken bekommt.
Aus Bettinas Sicht ist Leid menschengemacht. „Wir sind keine Marionetten Gottes“, erklärt sie. „Er hat jedem den freien Willen gegeben. Und so müssen wir auch akzeptieren, dass
es Menschen gibt, die mit ihrem freien Willen Entscheidungen treffen, die Leid verursachen. Der Mensch ist von Grund auf nicht gut. Und wenn er nicht mit Gott geht, setzt er diese Grundeigenschaft um. Er lügt, stiehlt, ist gewalttätig, oder es kommen Situationen heraus, wie ich sie erlebt habe.“
 
Neue Eltern
Ein kinderloses Ehepaar nahm Heike auf. Die beiden gaben sich große Mühe, vor allem aber gaben sie Heike eine Identität. Heike hieß ab sofort „Bettina“, denn ihr alter Name gefiel der neuen Mutter nicht. Sie bekam ein Geburtsdatum zugewiesen, denn ihre Pflege­eltern wollten Kindergeburtstage feiern wie andere Familien auch. Aber die Sehnsucht nach ihrer eigentlichen Mutter ließ Bettina nicht los, und das innere Bild, das sie von ihr hatte, wurde im Laufe der Zeit immer „reingewaschener“.
Materiell fehlte es ihr an nichts. Doch in ihren Träumen war sie in Hamburg, hörte die Männer grölen, roch ihren nach Alkohol stinkenden Atem. Und dann kehrte der Schmerz zurück. Es war wie ein schlechter Krimi, der nachts immer wieder von vorn begann: Oft wachte sie mitten in der Nacht schweißgebadet auf. Es folgten Asthma, Allergien, Neurodermitis. Das volle Programm.
Es war wie eine Erlösung, als in der Nachbarschaft ein paar Kinder einzogen, hauptsächlich Jungen. Sie spielte mit ihnen Fußball, untersuchte alte Bauruinen und erlebte zum ersten Mal so etwas wie eine normale Kindheit. Allerdings passte das nicht ins Bild der höheren Tochter. Und als sie dann eines Tages mit den Jungs zur Polizei ging und alle behaupteten, sie hätten eine Wasserleiche im Stadtsee gefunden, was sich natürlich als faustdicke Lüge herausstellte, war es vorerst vorbei mit jeglicher Art von Abenteuerspielen.
 
Wut, Alkohol, Hardrock
Jetzt gab es nur noch Schule, Hausaufgaben, Nachhilfeunterricht und Klavierstunden. In Bettina erwachte eine entsetzliche Wut. Gegen ihre Eltern, die Schule, aber vor allem gegen sich selbst. Das Schlimmste schien, dass sie immer weniger wusste, wer sie eigentlich war. Sie durchsuchte die Wohnung, um etwas über ihre Identität heraus­zubekommen. Im Arbeitszimmer ihres Pflegevaters fand sie Tabak und Alkohol. Bettina bediente sich. Irgendwann wurde sie mit Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert. Ihr Äußeres war ebenfalls auf Protest gebürstet: Sie wechselte ständig die Haarfarbe, trug spitze Nieten­armbänder und um die Hüften eine schwere Eisenkette, die auch als Waffe einsetzbar war.
Die Kneipe, wo sich die Hardrockszene traf, wurde ihr Wohnzimmer. Hier traf sie dann auch erstmals christliche Jugendarbeiter, über die sie sich nur lustig machte. Außer, wenn sie so zugedröhnt war, dass sie lieber bei ihnen pennte, weil sie sich nicht nach Hause traute. Sie nutzte diese Menschen aus, täuschte Interesse vor. Und doch, irgendetwas blieb hängen. Etwas, das nach Liebe schmeckte.
 
Total kaputt
Zum Alkohol kamen Tabletten. Zu Marihuana kam Heroin. Dazu Probleme mit der Polizei und täglicher Streit mit den Eltern. Sie wollte nur noch abhauen. Keine Oberstufe, kein Abitur und erst recht kein Studium.
An einer Tankstelle fiel ihr ein Stadtplan von Hamburg ins Auge. In dem Moment war alles klar: Sie würde zurück­kehren, dorthin woher sie kam. Ihre leibliche Mutter würde sie bestimmt besser verstehen als die spießigen Pflegeeltern. Außerdem war es dort bestimmt auch leichter, an Drogen zu kommen.
Als sie an diesem Abend nach Hause kam, hatte Bettina das Gefühl, noch nie in ihrem Leben so glücklich gewesen zu sein. Trotz vieler Fehlstunden und Streitereien mit der Schulleitung schaffte sie die Mittlere Reife mit einem ganz passablen Zeugnis. Nun konnte sie nichts mehr halten. Ein knappes „Tschüs“ an der Haustür, und dann nichts wie weg. Mit dem Zug direkt in die Hansestadt. Ihren Schulranzen warf sie auf den Müll.
 
Angekommen?
Die Reeperbahn empfing sie mit Sonnenschein. Bettina hatte keine Ahnung, wohin. Als Kind war sie ja nie draußen gewesen. Doch da erkannte sie plötzlich die Neonschrift, die Fenster mit den rosafarbenen Rahmen. Am Eingang zwei muskulöse Türsteher. Die ließen sie rein. Innen saßen ein paar leicht bekleidete Frauen, die auf Kundschaft warteten. Am liebsten wäre sie sofort wieder gegangen, als eine Frau auf sie zukam und wissen wollte, was sie hier zu suchen habe. Als Bettina den Namen ihrer Mutter nannte, kam Leben in die toten Augen: Das war ihre Mutter! Jetzt würde alles gut werden. Oder nicht?
„Was willst du von mir?“, giftete es ihr hasserfüllt entgegen. Bettina war fassungslos. Sie spürte nur Ablehnung, wo sie doch alles aufgegeben hatte, um herzukommen. Die Frau drückte ihr 100 Mark in die Hand und setzte sie damit vor die Tür. Bettina steuerte die nächste Kneipe an. Wie sollte es jetzt weitergehen? Als Minderjährige in St. Pauli würde sie nur mithilfe ihrer Mutter der Polizei entgehen, die sie bestimmt schon suchte. Also ging sie zurück. Ihre Mutter, die das Bordell von dem erstochenen Zuhälter geerbt hatte, zeigte sich „gnädig“ und machte ihr den Vorschlag, in der Striptease-Bar zu tanzen. Dadurch könne Bettina wenigstens anfangen, die Kosten abzuarbeiten, die sie in ihren ersten sechs Lebensjahren verursacht hatte.
 
Eine andere Sichtweise
Ja, sie habe ihre Mutter auch später oft besucht, sagt sie, als sie mein Entsetzen bemerkt. Es zog sie immer wieder nach St. Pauli, egal, wie kaputt diese Welt war. Sie war ein Teil von ihr. Früher hatte sie sich oft geschämt, „aus der Gosse“ zu kommen; heute beschreibt sie ein Gefühl von Liebe und Mitgefühl für die Menschen dort. Auch sie sind Gottes Kinder, selbst wenn sie einen Dreck darauf geben. Das Wichtigste ist das Verzeihen. Eine andere Möglichkeit gibt es nicht, um wieder in Frieden leben zu können.
Das war auch der Grund, warum sie an diesen Besuchen festhielt. Als sie jedoch entdeckte, dass wieder extrem junge Mädchen in der Bar arbeiteten, war Schluss. Sie wollte ihre Mutter anzeigen. Doch nächtliche Anrufe mit massiven Todes­drohungen gegen sie und ihre Familie hielten sie davon ab. Ihre Familie ist für sie ein Geschenk Gottes. Was für eine neuerlich traumatisierende Situation! Sie selbst war als Minderjährige in übelster Form missbraucht worden, und nun musste sie tatenlos zusehen, wie andere das gleiche Schicksal ereilte. Was will Gott uns sagen, wenn er uns solche Wege gehen lässt? Bettina hat darauf eine Antwort: es ginge nur um Vertrauen. Darum, die Dinge, die uns quälen, in Gottes Hände zu legen. Ihm zu überlassen, was geschehen soll.
Es geschah kurz vor Weihnachten. Später Abend. Bettinas Mann war auf einer Weihnachts­feier, Bettina mit den Kindern allein. Plötzlich standen drei Männer im Wohnzimmer – einer von ihnen ein Schläger vom Kietz. Sie waren gekommen, um ihr eine Lektion zu erteilen, sie von der Anzeige abzubringen. Während sie vergewaltigt wurde, dachte sie nur an ihre Kinder, die oben in ihren Kinderzimmern schliefen. Die Männer drohten, sie aus ihren Bettchen zu reißen, also machte Bettina alles, was von ihr verlangt wurde.
 
Nochmals Rückblende
Bettina war damals bereit, alles zu tun, um ihrer Mutter zu gefallen – sogar auf den Strich zu gehen. Der Anfang war hart. Nur Drogen ließen sie den Wahnsinn ertragen. Heroin half. Doch der Preis war hoch: Bettina baute ab, seelisch und körperlich. Als sie immer öfter verprügelt wurde, weil sie nicht genug Geld abgeliefert hatte, ergriff sie die Flucht. Sie wollte weg. Am besten in ein anderes Land. Eine Adresse in Zürich war jedoch falsch und sie musste sich nun einen Platz in der Szene dort erkämpfen. Mit Anschaffen und Betteln hielt sie sich über Wasser. Ihr „Schlafzimmer“ in einer Tiefgarage bestand aus einem alten Schlafsack, den sie aus dem Müll gezogen hatte, ein paar Pappkartons und Kerzen. Jeder Tag war eine Herausforderung. Der Hirschplatz, auf dem Musiker und Straßenkünstler auftraten, galt als Haupttreff­punkt der Szene.
Eines Abends sangen dort junge Menschen christliche Lieder. Einer von ihnen stellte sich auf eine Kiste, erzählte Storys, die er mit Jesus erlebt hatte, und redete über die Liebe Gottes. Das klang wie Hohn in Bettinas Ohren. So ein Quatsch! Wenn es diesen Gott gibt, warum lässt er das ganze Elend auf der Welt zu? Sie wurde so wütend, dass sie schließlich den „Prediger“ wüst beschimpfte. Sie zerschlug eine Bierflasche an einer Bank, stürmte mit dem abgebrochenen Flaschenhals auf den Prediger zu und bohrte ihm das Glas in den Oberkörper. Sein weißes Hemd färbte sich rot.
 
Panik!
Bettina rannte davon, nur von einem Gedanken gejagt: „Wenn sie dich kriegen, verbringst du den Rest deines Lebens im Knast!“ Total außer Atem versteckte sie sich in einem finsteren Hauseingang. Sie wäre am liebsten gestorben, doch nach ein paar Stunden lebte sie immer noch. Elend, frierend und auf Entzug. Ihr Körper war wie ein Eimer Blei und die Schmerzen unerträglich.
Plötzlich Schritte. Ein Kumpel? Die Bullen? Sie sah nicht auf. Schwarze Schuhe blieben vor ihr stehen. Minutenlang. Es war der junge Prediger. Hatte er sie gesucht? Die Verletzung war wohl nicht so schlimm gewesen. Er lächelte sie an und setzte sich wie selbstverständlich neben sie. So saßen sie eine ganze Weile, bis er vorsichtig fragte, ob er ihr etwas aus der Bibel vorlesen dürfte. Bettina zuckte nur mit den Schultern. Ihr war alles egal. Hauptsache, der Typ haute möglichst schnell wieder ab. Er las: „Lasst uns einander lieben, denn wahre Liebe kommt von Gott. Wer liebt, ist ein Kind Gottes und kennt Gott. Wer nicht liebt, der weiß nichts von Gott; denn Gott ist Liebe. Er schickte uns seinen einzigen Sohn, damit wir durch ihn erlöst werden . . .“ Bettina zitterte immer noch, aber sie hörte zu. Hier gab sich jemand Mühe mit ihr. Nur umihretwillen. Das spürte sie ganz deutlich. Die alte Sehnsuchtnach Liebe und Geborgenheit erfüllte sich für einen kurzenMoment.
Der Prediger schlug vor, mit ihr zu beten. Ihm einfach Satz für Satz nachzusprechen – und sie tat es: „Jesus, bitte hilf mir, rette mich. Befreie mich von der Macht der Drogen und des
Alkohols. Vergib mir alle Schuld, die ich auf mich geladen habe. Zerreiß alle Ketten, die mich binden, und zerbrich alles, was mir den Weg zu dir versperrt . . . Heute möchte ich dir mein Leben geben. Mit allem, was ich bin. Nimm es ganz. Verändere du es. Amen.“
 
Frei!
Noch während sie betete, spürte sie, wie die Kälte aus ihrem Körper wich und ein warmer Strom sie durchfuhr. Und da war es wieder: dieses Gefühl von Geborgenheit. Sie bewegte sich nicht, um es nicht zu vertreiben. Während sie ganz still dasaß, fiel ihr auf, dass sie nicht mehr zitterte – sämtliche Symptome des Entzugs waren verschwunden. Keine Schmerzen, kein Suchtdruck. Wie ist das erklärbar? Wie kam es, dass Bettinas süchtiger Körper von einem Moment auf den anderen nicht mehr schrie? Weil sie sich der Liebe Gottes überlassen hat? Konnte er vorher gar nicht eingreifen, weil sie es nicht zugelassen und ihre Chancen nicht genutzt hatte?
 
Die Veränderung wird real
Bettina ließ sich von dem jungen Prediger einladen, in der Teestube seiner Gemeinde zu übernachten und zu bleiben, so lange sie wollte. Tagsüber trafen sich dort Jugendliche, nachts hatte Bettina den gemütlichen Raum für sich. Ihr Herz wurde weicher. Der Existenzdruck ließ nach. Sie begann, ein ehrliches Leben zu führen. Kein Schwarzfahren, kein Klauen, keine Lügengeschichten mehr. Natürlich gab es Rückfälle. Sein Leben in Gottes Hand zu legen ist ein Prozess, der jedoch immer wieder an einen Punkt führt, an dem man erkennt: Er ist da. Er hat dich auf deinem Weg nicht allein gelassen.
Eine wichtige Station auf diesem Weg war die Versöhnung mit ihren Pflegeeltern. Wie sollte sie ihnen gegenübertreten? Irgendwann drückte sie dann auf den Klingelknopf. Die Mutter öffnete. Sie schafften es bis ins Wohnzimmer, wo Bettina erzählte, wie es ihr ergangen war. Begeistert schilderte sie ihre Begegnung mit Jesus. Ihre Mutter hielt das alles für religiöse Spinnerei, für eine Art Ersatzdroge. Doch Bettina ließ sich nicht entmutigen. Sie suchte nach neuen Freunden und fand einen Kreis junger Christen, die regelmäßig gemeinsam in der Bibel lasen.
 
Der weitere Weg: Hilfe für andere
Bettina besuchte dann eine Bibelschule, lernte ihren Mann kennen und gemeinsam starteten sie schließlich den „Projekthof Hasselbrock“ im Emsland. Hier leben mit der Familie acht bis zehn junge Männer, ehemals drogen- und alkoholabhängig, die auf freiwilliger Basis eine Therapie machen. Immer wieder erleben sie das Wunder, wie total kaputte Menschen umkehren und ihren Weg zurück ins Leben finden.
Wenn Bettina sich mit leuchtenden Augen als eine Art Jüngerin Jesu sieht, bin ich versucht, unter den Tisch zu schauen, ob sie auch Sandalen trägt. Warum eigentlich? Warum kommt sofort der Terminus „frommer Spinner“ hoch, wenn jemand sich ganz bewusst zum Diener Gottes macht, um anderen zu helfen? Ist es uns wirklich schon so fremd geworden, nach christlichen Maßstäben die Welt zu sehen und auch öffentlich dazu zu stehen und danach zu handeln? Warum bewertet unsere Gesell­schaft den Geschäftsführer eines Unternehmens höher als Menschen wie Bettina und Martin?
Für Bettina wurde ihre Entscheidung für Jesus zur Lebensrettung. Wer hätte vor 20 Jahren auch nur im Entferntesten angenommen, dass sie mal eine glückliche Ehe führen, drei gesunde Kinder zur Welt bringen und dann auch noch ihre tiefste Berufung praktisch ausüben würde? Gott sei Dank!


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