Drei Fragen an Klaus Berger, Heidelberg

Weihnachten ohne Engel?

Der Heidelberger Theologieprofessor sagt, was ohne Engel dem christlichen Glauben fehlen würde.



Prof. Dr. Klaus Berger, geb. 1940, lehrt Neutestamentliche Theologie an der Universität Heidelberg.
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VOICE: Was geht uns verloren, wenn im christlichen Glauben die Engel verloren gingen?
 
Klaus Berger: Es geht in der Dimension des Religiösen Verschiedenes verloren. Und zwar sowohl das Liebliche als auch das Schreckliche. Dass Jakob etwa nach dem 1. Buch Mose im 32. Kapitel mit dem Engel ringt, ist ja auch eine schreckliche Erfahrung mit einem Engel. Mit Engeln ist auch die Erfahrung der abweisenden Hoheit Gottes, der Distanz verbunden. Im Neuen Testament ist von Engeln, Mächten und Gewalten die Rede. Gemeint sind Mächte, die dem menschen feindlich gesinnt sind. Und dass es Engel in der Apokalypse (Offenbarung des Johannes) gibt, die Strafen bringen, gehört auch zu dem Schrecklichen.
Mit den Engeln stehen religiöse Erfahrungen überhaupt auf dem Spiel. Das ärgert Menschen, die sich allein am „Wort“ Gottes orientieren und damit sehr häufig zu einem Rationalismus neigen. Sie meinen dann immer, Christentum sei Religion minus Herz – und das stimmt nicht.
 
VOICE: Wenn man die Engel streicht – was bleibt?
 
Klaus Berger: Es bleiben nur noch Moral und Vernunft. Der Gottesgedanke und verschiedene andere vernünftige Aussagen. Das, was dazwischen ist, wären dann nur noch fromme Geschichten, die sowieso angeblich nicht historisch beweisbar sind.
 
VOICE: Sie machen also Mut, die Weihnachtsgeschichte zu nehmen, wie sie ist?
 
Klaus Berger: Ja, und zwar deshalb, weil es am Ende bei der Wirklichkeit der Engel auch um die Wirklichkeit Gottes geht. Gott ist sozusagen aus demselben Holz geschnitzt wie die Engel und umgekehrt. Für die Bibel ist es wichtig, dass wir in dieser Welt der unsichtbaren Mächte die richtigen anrufen. Für die Bibel ist klar: Es gibt unterschiedliche Mächte unterschiedlicher Prägung, zum Teil von großer Gefährlichkeit. Es kommt darauf an, auf den Gott Jesu Christi zu setzen, und der ist für unseren Glauben der Herr der Geister. Der hat das Chefkommando.


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