Interview mit Kai Uellendahl

Veränderung kommt! so oder so

Ein Gespräch über Veränderungen im Beruf und im persönlichen Leben mit Kai Uellendahl, Chief Financial Officer und Chief Operation Officer für Salomon Central.



Kai Uellendahl, Jahrgang 1964, verheiratet, 3 Kinder, Studium der Wirtschaftswissenschaften mit Schwerpunkt Finanzen & Revision, Dipl. Ökonom, bis 2002 Geschäftsführer adidas Schweiz, seit Okt. 2002 Chief Financial Officer und Chief Operation Officer für Salomon Central. Länderübergreifende Verantwortung für Deutschland, Österreich, Schweiz, Slowenien. Mitarbeit und Ältester in verschiedenen freikirchl. Gemeinden in D und CH.
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VOICE: Es wird viel von nötigen Veränderungen gesprochen. Sind wir damit nicht überfordert? Wo sehen Sie Veränderungsbedarf?
 
Kai Uellendahl: Veränderungen sind einfach eine Tatsache. Es hat sie immer gegeben und wird sie weiterhin geben, ob uns das gefällt oder nicht. Das besondere Kennzeichen unserer Zeit ist, dass Veränderungen immer schneller stattfinden. Ein Tempolimit scheint es nicht zu geben. Alle fünf Jahre verdoppelt sich das Wissen. Kommen wir da überhaupt noch mit?
Die Antwort ist „Ja“ und „Nein“ zugleich. Die Aufgabenverteilung wird zunehmend spezialisierter und arbeitsteiliger. Das ist aber gleichzeitig ein Motor für weitere Innovation. Für den Einzelnen wird es jedoch immer schwieriger alles Neue zu erfassen, der Druck steigt. Wir sehen deshalb eine zunehmende Zahl von Menschen, die den Anforderungen nicht mehr gewachsen sind. Ich betrachte die wachsende Beschleunigung als ein „Zeichen der Zeit“, wie die Bibel auch viele weitere nennt.
 
VOICE: Wo sehen Sie Veränderungsbedarf?
 
Kai Uellendahl: Veränderungsbedarf sehe ich vor allem in unserer persönlichen Reaktion auf diese Beschleunigung, mit der wir am Arbeitsplatz und in allen Gesellschaftsbereichen konfrontiert sind. Man kann in den Sturm hineinrufen: “Hör auf zu blasen!“ Besser ist es, das Fundament, auf dem man steht, zu verstärken oder es überhaupt erst zu bauen. Das beste Fundament ist der persönliche Glaube an Jesus Christus. Wenn ich also Handlungsbedarf sehe, dann darin, unsere Fundamente zu bauen und zu verstärken. Ich baue gerade ein Haus und war erstaunt, wie viel Arbeit im Fundament steckt. Das Mauern der Wände ging dann relativ schnell.
Übrigens ist nicht jeder Wind schlecht, der einem ins Gesicht bläst. Er gibt mir auch die Möglichkeit, Segel zu setzen, mich selbst zu verändern und schnell voranzukommen. Es liegt auch an mir, wie ich reagiere.
 
VOICE: Was bestimmt denn unseren Charakter am stärksten?
 
Kai Uellendahl: Jeder Mensch ist Gottes Idee, egal wo er herkommt, wie er aussieht und was er glaubt. Ich bin überzeugt, dass Gott sich etwas dabei gedacht hat, als er uns mit unterschiedlichen Wesenszügen ausgestattet hat. Bei meinen drei Kindern habe ich festgestellt, dass sich manche Eigenarten, die sich schon in den ersten Wochen in der Wiege zeigten, bis heute gehalten haben. Diese Grundeigenschaften, die Gott uns gegeben hat, können sich durch das soziale Umfeld in eine gute oder in eine schlechte Richtung entwickeln. Am wichtigsten ist dabei wohl das Vorbild der Eltern. Sie beeinflussen entscheidend, wie sich die Eigenschaften eines Kindes entwickeln.
 
VOICE: Ist denn eine Charakterveränderung bei Erwachsenen überhaupt noch möglich?
 
Kai Uellendahl: Wir Menschen haben aber von Gott eine große Entscheidungsfreiheit bekommen und sind deshalb auch verantwortlich für unser Leben. Es ist unsere Entscheidung, ob wir Jesus als unseren persönlichen Herrn anerkennen. Das Fundament des Glaubens gibt mir dann einen Maßstab für alle Entscheidungen und Situationen meines Lebens, ohne Ausnahme, beruflich und privat.
Manche Menschen sind als Führungspersönlichkeiten geboren, das zeigt sich oft schon im Kindergarten. Das beste Beispiel für gute Führung ist Jesus selbst.  Es gibt auch viele Beispiele, dass Menschen vom gottfernen Weg umgekehrt sind und ihre Fähigkeiten dann im Sinne Gottes eingesetzt haben. Von daher: Ja, Charakterveränderung ist möglich dadurch, dass sich unser Ziel und unsere Motivation ändern, und wir unsere von Gott geschenkten Begabungen für diese neuen Ziele einsetzen.
 
VOICE: Welche Veränderungen haben sich bei ihnen persönlich ergeben, als Sie Christ wurden?
 
KaiUellendahl: Ich war als junger Erwachsener zu Beginn der 80er Jahre auf der Suche. Mir war klar, es musste eine Glaubensdimension geben, aber was war das Richtige? Darauf hatte ich keine Antwort. Was ich bei den christlichen Kirchen bis dahin kennen gelernt hatte, hat mich nicht angesprochen. Ich suchte bei Kampfsport und Buddhismus, hatte aber nie das Gefühl, wirkliche Antworten auf meine Fragen zu finden.
Es waren Christen, die mir gezeigt haben, dass man eine persönliche Beziehung zu Jesus haben kann und das hat mich dann wirklich verändert. Äußerlich nur wenig, ich habe weiter studiert und mein Leben gelebt. Innerlich aber war die Suche vorbei. Ich war einfach angekommen. Ich hatte ein Fundament. Das war die größte Veränderung. Das Glaubensfundament hat mir eine andere Perspektive für alle Dinge des Alltags gegeben.
 
VOICE: Und wie erleben Sie Ihren Glauben jetzt im Berufsalltag?
 
Kai Uellendahl: Mein Leben hat heute nichts mehr mit dem damaligen zu tun. Damals war ich Single und frisch gebackener Student. Jetzt bin ich verheiratet, habe drei Kinder und stehe mit beiden Beinen im Beruf. Gerade im Beruf bedeutet ein festes Glaubensfundament einen großen Entspannungsfaktor. Als Manager in einem Unternehmen steht man immer im Wind und man weiß nie, ob man morgen noch den gleichen Erfolg hat und mit dabei ist. Wie gut zu wissen, dass das eigene Wohlergehen nicht nur von Menschen abhängt, die vielleicht willkürlich entscheiden. Immer muss ich aber auch meine Entscheidungen mit dem gleichen Maßstab messen lassen.
Auch privat ist der Glaube der Fixpunkt in den Veränderungen, die wir erleben.
Meine Familie hat mehrmals durch Umzüge ihren Lebensmittelpunkt verschoben. Heute leben wir in der Schweiz. Wir haben viel Veränderung erlebt, stehen aber immer noch auf dem gleichen Grund – Jesus. Vermutlich werden wir auch noch viele Veränderungen erleben – ich freue mich darauf. Einer unserer Familiensätze ist: „Es bleibt spannend!“
 
VOICE: Herzlichen Dank. Wir wünschen Ihnen beruflich und privat Gottes Segen.


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