Dieter Zimmermann, Schweinfurt

Zwei Generationen in der Firma! Konflikt vorprogrammiert?

Sehr anschaulich wird gezeigt, wie es gelingen kann, dass Vater und Sohn sich im Arbeitsalltag ergänzen.



Dieter Zimmermann, geb. 1941, verheiratet, ein Sohn. Seit 1992 Inhaber eigener Firmen für Produktion, Verkauf, Entwicklung, Beratung von Anlagen und fachlicher Fortbildung für die Wärmebehandlung von Metallen. Seit 1995 Vorstandsmitglied von Christen im Beruf e.V. Erik Zimmermann, geb. 1965, verheiratet, drei Kinder, Dipl. Ing., Geschäftsführer IBZ GmbH. Er wohnt in Werneck.
 Bild 1 von 2 >

 

Im Jahr 1992 haben mein Sohn Erik und ich die Firma gegründet. Es sollte ein Ingenieurbüro für die Vermarktung von Produkten der Wärmebehandlung sein. Der Start schien einfach. Ein Anruf bei meinem Sohn in Aachen, der zu dieser zeit noch studierte: „Könntest du dir vorstellen, mit mir eine Firma zu gründen und dann auch zu leiten?“ Die Antwort war ein kurzes Ja. Die Firma lief gut an, die ersten Jahre mit mir allein und dann gemeinsam. Schon im ersten Jahr konnten wir unseren erwarteten Umsatz erzielen. Aber was geschah im Verhältnis oder im Umgang von Vater und Sohn? Der Vater ein erfahrener Fachmann für die Wärmebehandlung, der die Firma in den ersten Jahren aufbaute, mit vielen Kontakten, der Sohn ein Neuling, ohne Fachkenntnisse, der in die schon gut laufende Firma einstieg.
 
Die Unterschiede waren deutlich
 
Eigenschaften  Vater Sohn
Lebensalter 51 Jahre 27 Jahre
Berufserfahrung 29 Jahre keine
Computerkenntnisse wenig Spezialist
Mentalität 

ruhig, besonnen
Grobes Konzept genügt
es muß schnell gehen            

ungeduldig, aufbrausend
Detailarbeit, alles muß exakt sein
erst muß die Basis stimmen

Zeiteinteilung  mehr beim Kunden      mehr am Computer
Arbeitsschwerpunkte Kunden, Angebote etc.  PC-Installation etc.
Arbeitsgeräte          Papier, Kalender         Handy, Notebook,
PC-Terminator
Kräfteverhältnis

Vater bestimmt
So wird es gemacht!       

Will nicht auf diese Weise
So schon gar nicht!                         
 
                                              
Verzweiflung und Trotz
Keine einfache Situation, der Vater will Kundenkontakte, Angebote und Aufträge und vor allem Zuarbeit vom unerfahrenen Sohn. Der Sohn will erst alles ordnen, sich einarbeiten und kein Hilfsarbeiter sein. Sehr häufig kam es dadurch zu Konflikten. Beide fühlten sich unverstanden und suchten Hilfe bei der Ehefrau bzw. Mutter. Der Vater zieht sich zurück und weint vor Enttäuschung und Verletzung bittere Tränen des Selbstmitleides. Er sieht keinen Ausweg, will alles hinwerfen und die Trennung. Der Sohn ist beleidigt und trotzt. Einen gemeinsamen Weg scheint es nicht mehr zu geben.
 
Neue Wege
In dieser schwierigen Zeit bat ich meinen himmlischen Vater um Hilfe und Rat. Ich ging ins Gebet, oft gemeinsam mit meiner Frau Margit. Ich bekam Ratschläge die ich schon wusste, aber aus eigener Kraft bisher nicht bewältigen konnte. Jetzt bekam ich plötzlich
  • Geduld die Missverständnisse zu ertragen;
  • Einfühlungsvermögen, gemeinsame Gespräche über die Konflikte zu führen;
  • Vertrauen, auf Gottes Hilfe zu warten, bis sie kommt.
Wie ist die Situation heute und das nun schon viele Jahre? Gott hat unsere Beziehung geheilt und die Firma gesegnet. Vater und Sohn leiten gemeinsam, inzwischen drei Firmen, besprechen schwierige Probleme, ehren und achten sich gegenseitig, beten für die Firma und gehen gemeinsam zum Golfen. Freunde fragen oft, wieso geht ihr so gerne zusammen golfen, wo ihr doch den ganzen Tag im Geschäft zusammen seid? Unsere Antwort ist, es macht uns viel Freude, auch unsere Freizeit miteinander zu verbringen.
 
Folgende biblische Ratschläge von Gott sind die Grundlage für eine geheilte Beziehung.
 
Tut nichts aus Eigennutz oder um eitler Ehre willen, sondern in Demut achte einer den andern höher als sich selbst. (Philipperbrief, Kap. 2,3)
 
Ihr Kinder, seid gehorsam euren Eltern. Ihr Väter, reizt eure Kinder nicht zum Zorn, sondern erzieht sie in der Zucht und Ermahnung des Herrn. (Epheserbrief, Kap. 6, 1 + 3)
 
Was der Mensch sät, das wird er ernten. Lasst uns aber Gutes tun und nicht müde werden; denn wenn es Zeit ist, werden wir auch ernten, wenn wir nicht nachlassen. (Galaterbrief, Kap. 6, 7 + 9)
 
Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen. (2. Buch Samuel, Kap. 22,30)
 
Diese biblischen Ratschläge haben wir befolgt und wenden sie immer noch an. Mit Gottes Hilfe haben wir die Mauern der Generationen und der persönlichen Unterschiede übersprungen. Es gibt kein Hindernis, kein Problem, das für Gott zu hoch wäre. Auch für die Generationen gilt: Wer Liebe und Vertrauen sät, wird Liebe und Vertrauen ernten.

 



Erste Schritte
 

Marianne Lehmann, Göppingen

Ein Herzenswunsch wurde wahr

Ehrlichkeit mit sich selbst und vor Gott wurde zum Anfang eines erfüllten Lebens in einer glücklichen Partnerschaft.

mehr ...

Interview mit der Autorin Marie-Sophie Lobkowicz

Wenn Träume sterben

Nicht immer läuft alles so, wie wir uns das wünschen. Ein lebendiger Glaube gibt Kraft in schwierigen Zeiten.

mehr ...

Interview mit Walter Heidenreich

Lebe deinen Traum

Sehr praxisorientiert motiviert der engagierte Leiter der Freien christlichen Jugendgemeinschaft dazu, Lebensträume zu verfolgen und zu verwirklichen.

mehr ...

Angela Zeidler-Frész, Hainichen

Der Traum von heilen Familien

Gemeinsam mit ihrem Mann begründete sie die Familienarbeit bei Jugend mit einer Mission, um Ehen und Familien in Europa zu retten und zu stabilisieren.

mehr ...

Jörg Knoblauch, Giengen a.d. Brenz

Warum unsere Zeitplanung meistens zu kurz greift

Der bekannte Trainer und Coach zeigt, warum Zeitplanung alleine nicht genügt.

mehr ...

Eckhard Mattner, Lichtenfels

Auf der Suche nach dem Sinn des Lebens

Ein spannender Lebensweg vom Aussteiger zum authentischen Christen.
mehr ...